CESAR

CESAR

Was ist CESAR?

CESAR ist eine Methodik, die es ermöglicht Informationsmanagement, Kreativität und anforderungsrelevante Aspekte im Produktentwicklungsprozess flexibel zusammenzuführen und zu strukturieren. Hierdurch wird erreicht, dass im Rahmen dieses Prozesses möglichst alle relevanten Aspekte berücksichtigt und Entscheidungen nachvollziehbar festgehalten werden.

 

Dabei werden folgende Handlungen während der Produktentwicklung adressiert:

Sammeln (Fragenkataloge, Recherchewerkzeuge)
Erzeugen (Vernetzung von Informationen, Workshops, Versuche, Innovationspotentiale)
Strukturieren (systematische Bündelung der gewonnen Informationen)
Bewerten (Identifizierung der Hauptparameter, Kann-, Soll-, Muss-Kritierien)
Dokumentieren (Struktur ist selbstdokumentierend)
Kommunizieren (Zusammenfassung der Ergebnisse, Definition von Entwicklungszielen, Qualitätskontrolle)

Aufbau

Die CESAR-Methodik besteht aus den fünf Blöcken: Corporate (C), Experience (E), System (S), Action (A) und Result (R).

Die Kategorien C-E-S fragen die relevanten Aspekte der Produktentwicklung aus der Perspektive der Wirtschaft (C) und des Nutzers (E), sowie systematisch-technischer Zusammenhänge (S) ab.

Dabei liegt dem Erkenntnisgewinn folgendes Schema zugrunde:

  • Definition der Ziele; was soll erreicht werden?
  • Recherche der Rahmenbedingungen; welche Umstände beeinflussen das Vorhaben?
  • Welche Anforderungen ergeben sich für die Erfüllung der Ziele unter den Rahmenbedingungen?

Durch das Schema „Ziel – Rahmenbedingungen – Plan“ wird eine universelle Vorgehensweise in der CESAR Struktur verankert. Hierdurch können Parameter der Entwicklung auch aus nicht offenliegenden oder neuen Sachverhalten gezogen werden. Das bedeutet, statt nur nach explizitem Wissen zu fragen, werden Zusammenhänge (nach Ursache-Wirkung) dargestellt und damit auch implizite Informationen zu Tage gefördert.

Die Fragen sind dabei so zu stellen, dass sie explizit genug sind, um als Checkliste dafür zu sorgen, die wichtigsten Aspekte der Produktentwicklung abzufragen.

Dies bedeutet jedoch nicht, dass alle Fragen in einem linearem Prozess abgearbeitet und beantwortet werden müssen. Je nach Projekt muss individuell entschieden werden, wann welcher Aspekt von Bedeutung ist und wer die Informationen besitzt oder beschaffen kann.

 

Fragestellungen können so als Arbeitspaket an den oder die Projektpartner weitergegeben werden. Fragen, welche unabsichtlich nicht behandelt wurden, stellen – ähnlich einer Checkliste – Warnungen dar, da hier Gefahrenportentiale für das Projekt drohen.

Während die vorhergehenden Kategorien (C-E-S) eine Struktur für die Inhalte vorgeben, wird im Action (A) Modul der Prozess der aktiven Auseinandersetzung mit den jeweiligen Fragestellungen beschrieben. Dabei ergeben sich folgende Abschnitte:

  • Extraktion und Abstraktion weiterer Informationen, Gewinnung von Erkenntnissen. Insbesondere die Methoden des Design-Thinking kommen hier zum Einsatz: Beispielsweise die Validierung und Nutzbarmachung von Informationen durch Workshops oder Versuchsaufbauten.
  • Anforderungsmatrix; wie bedingen sich die Anforderungen gegenseitig?
  • Potentialanalyse; Identifikation von Konflikten und Innovationspotentialen.
  • Konzeption des Produktes mit seinen Produkteigenschaften, welche die Anforderungen adressieren.

Die Ergebnisse aus dem gesamten Prozess werden schließlich als Result (R) zusammengefasst und für den weiteren Entwicklungsprozess festgehalten.